Grenzerweiterung


  • 8. April 2016

    Materialien für den Dialog

    15 Tage Dialog durch 2
    Dialog zwischen den Fugen


    Resümee und Gedanken zu den Erfahrungen:

     

    1.    Worin bestand die so oft zitierte "Grenzerweiterung?“

    Aus meiner Sicht bestand sie in den folgenden Aspekten, wobei Andreas‘ Sicht eine andere und deshalb nachzufragende ist.


    a)    Grenzen erweiternd war die Rücksichtslosigkeit des anderen. Hierbei ist Rücksichtslosigkeit nicht als böswillig zu verstehen, sondern dadurch dass der andere um den Inhalt und um das Ringen des einen nicht weiß, geht er unvermittelt an eine Veränderung der Arbeit heran.
    Beispiel: die Boote auf dem Hintergrund der perspektivischen Fluchtlinien sind nun auf einmal an der Decke und damit auch die Videoprojektion.
    b)    Die Figuren im Wasser, insbesondere der Wasserspringer: durch ein vorbehaltsloses Vorgehen und Verändern des Bildes durch den anderen werden oft gerade jene Teile des Bildes, die sehr mühsam erarbeitet worden sind, wieder zerstört. Dadurch werden jene Teile eliminiert, die möglicherweise bereits eine Erstarrung des Bildes darstellen (vgl. Francis Bacon Interview: vor der Fertigstellung eines Bildes mit Farbe darauf geworfen.
    c)    Durch diese „Rücksichtslosigkeit“ entsteht eine Auflockerung im Arbeitsprozess, sodass man sich selbst auch mehr zu experimentieren zutraut. Wie in der Sandkiste die Kinder Burgen aufbauen und wieder zerstören, ging ich auch selbst viel leichtfertiger daran etwas neues auszuprobieren, auch wenn es meinen Ansprüchen sonst zum Opfer fallen würde.
    d)    Oft bin ich in meiner Arbeit während der zwei Tage nicht fertig geworden und gerade diese Unfertigkeit und das zum Teil neu zusammengesetzt werden durch den anderen, lässt eine Art Abstraktion entstehen, die viel ausdrucksstärker ist (sein kann), als die komplett ausgeführte Arbeit.

     

    2.    Wo sind die besten Ergebnisse zu finden?


    a)     Dort wo die größten Widersprüche sind, zum Beispiel bei den Arbeiten von Tag 3. Dort, wo die Gegensätze am stärksten sind zwischen meinem Bild und seinen Interventionen.
    b)    Wenn eine zweite Überarbeitung möglich wäre. Zum Beispiel bei Tag 11 das Foto, zum Beispiel die Dionysoszerreißung wäre besser auf unregelmäßigen polygonalen Keilrahmen montiert.
    Ein weiteres Beispiel sind die unfertigen Arbeiten, die neu zusammengesetzt sind und bei denen die Abstraktion noch stärker herausgearbeitet werden könnte aufgrund der neuen Zusammensetzung.

     

    3.    Welche anderen Verfahren sind denkbar?


    a)    Das Fokussieren durch den sozialen Druck auszuüben, zum Beispiel bei Livepaintings.
    b)    Die Dynamik dieses Projektes zu verwenden um dann aus einzelnen Objekten durch Überarbeitung eine Verstärkung zu erlangen, vielleicht dies sogar iterativ zu wiederholen.

     

    4.    Danksagung

    Dieses Projekt glückte bestimmt in hohem Maße durch die Kooperation mit Andreas.

     

     

    15 tage dialog durch zwei Wolf Werdigier Andreas Orsini Rosenberg

    15tage


    Andreas Orsini-Rosenberg
    Wolf Werdigier

    Beginnend mit 16. März führen wir einen künstlerischen Dialog mit offenem Verlauf.

    Zur Halbzeit, am Mittwoch 30. März um 18.oo Uhr laden wir zu einem Gespräch zum Thema: "Kunst im Prozess: Was bleibt davon über?"

    Das Finale findet am Dienstag 5. April um 18.oo Uhr statt.

    Das Ergebnis des Dialoges ist anschließend bis 9. April zu sehen.

    mehr Infos unter
    www.produzentengalerie.wien/dialog