15 Tage Dialog durch 2

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    15. März 2016

     

    Materialien für den Dialog

    15 Tage Dialog durch 2
    Dialog zwischen den Fugen

    den beiden Philosophen Kardinal Newman und Nietzsche war die zentrale Frage „wie kann man zur Welt ja sagen?“
    es ist ein immerwährendes Rätsel bei all den Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten auf dieser Welt das Leben zu bejahen. Die Antwort auf diese scheinbar unlösbare Frage war das Wesen der „innerweltlichen Transzendenz.“
    Nicht die Schlüssigkeit von Thesen und Aussagen ist das Entscheidende zur Erkenntnisfindung, sondern die sogenannten „parallelen Transzendenzen,“ also die Übereinstimmung dann, wenn produktive Missverständnisse im Dialog zwischen zwei Menschen entstehen.
    Dann übernimmt der Unfug die Macht: wörtlich „zwischen den Fugen.“ Es ist eine Reformulierung des Anspruchs auf Sinnhaftigkeit: zwei Gehirne, die miteinander im Dialog stehen in Transzendenz zu bringen: es ist der Zwang, dass wir uns auf die Missverständnisse einlassen. Mautner und Saussure waren die einzigen Philosophen, die nicht wie alle anderen Philosophen Kommunikation als Verstehen sahen, sondern ausdrücklich meinten, dass durch nicht-Verstehen wir Sinn anreichern können.
    In der Musik war es vor allem die Wiener Schule, die diesem Programm der Un-Fuge entsprach. Die Musik entsteht zwischen den Tönen. Was die Fuge ausmacht, ist der Unfug. (Quellen: Bazon Brock und Hugo Ball)

    dialog durch 2

     

     

     

    15tage


    Andreas Orsini-Rosenberg
    Wolf Werdigier

    Beginnend mit 16. März führen wir einen künstlerischen Dialog mit offenem Verlauf.

    Jeden zweiten Tag reagiert der eine Künstler auf die Arbeiten des Anderen. Alles ist erlaubt: intervenieren, zerstören, umbauen,...

    Die laufenden Veränderungen im Dialog können zu den Öffnungszeiten der Produzentengalerie beobachtet werden.

    Zur Halbzeit, am Mittwoch 30. März um 18.oo Uhr laden wir zu einem Gespräch zum Thema: "Kunst im Prozess: Was bleibt davon über?"

    Das Finale findet am Dienstag 5. April um 18.oo Uhr statt.

    Das Ergebnis des Dialoges ist anschließend bis 9. April zu sehen.

    mehr Infos unter
    www.produzentengalerie.wien/dialog


  • 17. März 2016

    15 Tage Dialog durch 2
    Dialog zwischen den Fugen


    entsprechend den beiden Philosophen Kardinal Newman und Nietzsche war die zentrale Frage „wie kann man zur Welt ja sagen?“
    es ist ein immerwährendes Rätsel bei all den Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten auf dieser Welt das Leben zu bejahen. Die Antwort auf diese scheinbar unlösbare Frage war das Wesen der „innerweltlichen Transzendenz.“
    Nicht die Schlüssigkeit von Thesen und Aussagen ist das Entscheidende zur Erkenntnisfindung, sondern die sogenannten „parallelen Transzendenzen,“ also die Übereinstimmung dann, wenn produktive Missverständnisse im Dialog zwischen zwei Menschen entstehen.
    Dann übernimmt der Unfug die Macht: wörtlich „zwischen den Fugen.“ Es ist eine Reformulierung des Anspruchs auf Sinnhaftigkeit: zwei Gehirne, die miteinander im Dialog stehen in Transzendenz zu bringen: es ist der Zwang, dass wir uns auf die Missverständnisse einlassen. Mautner und Saussure waren die einzigen Philosophen, die nicht wie alle anderen Philosophen Kommunikation als Verstehen sahen, sondern ausdrücklich meinten, dass durch nicht-Verstehen wir Sinn anreichern können.
    In der Musik war es vor allem die Wiener Schule, die diesem Programm der Un-Fuge entsprach. Die Musik entsteht zwischen den Tönen. Was die Fuge ausmacht, ist der Unfug. (Quellen: Bazon Brock und Hugo Ball)


  • 8. April 2016

    Materialien für den Dialog

    15 Tage Dialog durch 2
    Dialog zwischen den Fugen


    Resümee und Gedanken zu den Erfahrungen:

     

    1.    Worin bestand die so oft zitierte "Grenzerweiterung?“

    Aus meiner Sicht bestand sie in den folgenden Aspekten, wobei Andreas‘ Sicht eine andere und deshalb nachzufragende ist.


    a)    Grenzen erweiternd war die Rücksichtslosigkeit des anderen. Hierbei ist Rücksichtslosigkeit nicht als böswillig zu verstehen, sondern dadurch dass der andere um den Inhalt und um das Ringen des einen nicht weiß, geht er unvermittelt an eine Veränderung der Arbeit heran.
    Beispiel: die Boote auf dem Hintergrund der perspektivischen Fluchtlinien sind nun auf einmal an der Decke und damit auch die Videoprojektion.
    b)    Die Figuren im Wasser, insbesondere der Wasserspringer: durch ein vorbehaltsloses Vorgehen und Verändern des Bildes durch den anderen werden oft gerade jene Teile des Bildes, die sehr mühsam erarbeitet worden sind, wieder zerstört. Dadurch werden jene Teile eliminiert, die möglicherweise bereits eine Erstarrung des Bildes darstellen (vgl. Francis Bacon Interview: vor der Fertigstellung eines Bildes mit Farbe darauf geworfen.
    c)    Durch diese „Rücksichtslosigkeit“ entsteht eine Auflockerung im Arbeitsprozess, sodass man sich selbst auch mehr zu experimentieren zutraut. Wie in der Sandkiste die Kinder Burgen aufbauen und wieder zerstören, ging ich auch selbst viel leichtfertiger daran etwas neues auszuprobieren, auch wenn es meinen Ansprüchen sonst zum Opfer fallen würde.
    d)    Oft bin ich in meiner Arbeit während der zwei Tage nicht fertig geworden und gerade diese Unfertigkeit und das zum Teil neu zusammengesetzt werden durch den anderen, lässt eine Art Abstraktion entstehen, die viel ausdrucksstärker ist (sein kann), als die komplett ausgeführte Arbeit.

     

    2.    Wo sind die besten Ergebnisse zu finden?


    a)     Dort wo die größten Widersprüche sind, zum Beispiel bei den Arbeiten von Tag 3. Dort, wo die Gegensätze am stärksten sind zwischen meinem Bild und seinen Interventionen.
    b)    Wenn eine zweite Überarbeitung möglich wäre. Zum Beispiel bei Tag 11 das Foto, zum Beispiel die Dionysoszerreißung wäre besser auf unregelmäßigen polygonalen Keilrahmen montiert.
    Ein weiteres Beispiel sind die unfertigen Arbeiten, die neu zusammengesetzt sind und bei denen die Abstraktion noch stärker herausgearbeitet werden könnte aufgrund der neuen Zusammensetzung.

     

    3.    Welche anderen Verfahren sind denkbar?


    a)    Das Fokussieren durch den sozialen Druck auszuüben, zum Beispiel bei Livepaintings.
    b)    Die Dynamik dieses Projektes zu verwenden um dann aus einzelnen Objekten durch Überarbeitung eine Verstärkung zu erlangen, vielleicht dies sogar iterativ zu wiederholen.

     

    4.    Danksagung

    Dieses Projekt glückte bestimmt in hohem Maße durch die Kooperation mit Andreas.

     

     

    15 tage dialog durch zwei Wolf Werdigier Andreas Orsini Rosenberg

    15tage


    Andreas Orsini-Rosenberg
    Wolf Werdigier

    Beginnend mit 16. März führen wir einen künstlerischen Dialog mit offenem Verlauf.

    Zur Halbzeit, am Mittwoch 30. März um 18.oo Uhr laden wir zu einem Gespräch zum Thema: "Kunst im Prozess: Was bleibt davon über?"

    Das Finale findet am Dienstag 5. April um 18.oo Uhr statt.

    Das Ergebnis des Dialoges ist anschließend bis 9. April zu sehen.

    mehr Infos unter
    www.produzentengalerie.wien/dialog